Die Beweglichkeit der Spermien – medizinisch als Motilität bezeichnet – ist ein zentraler Faktor für die männliche Fruchtbarkeit. Sie entscheidet darüber, ob Spermien in der Lage sind, sich durch den weiblichen Genitaltrakt zur Eizelle zu bewegen. In diesem Artikel erklären wir, warum die Motilität so wichtig ist, wie sie getestet wird und welche Möglichkeiten es gibt, sie positiv zu beeinflussen.
Was bedeutet Spermienmotilität?
Die Motilität beschreibt die Fähigkeit der Spermien, sich aktiv und zielgerichtet zu bewegen. Diese Bewegung ist notwendig, um vom Gebärmutterhals durch die Gebärmutter und die Eileiter zur Eizelle zu gelangen – eine Reise von mehreren Zentimetern, die für ein einzelnes Spermium eine enorme Herausforderung darstellt.
Arten der Beweglichkeit
Laut WHO-Klassifikation werden Spermien in folgende Beweglichkeitstypen unterteilt:
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Progressiv motil (PR): Vorwärtsgerichtete Bewegung in gerader Linie oder in großen Kreisen – ideal für die Befruchtung.
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Nicht-progressiv motil (NP): Bewegung ohne klare Richtung.
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Immobil (IM): Keine Bewegung.
Nur die progressiv beweglichen Spermien sind in der Lage, die Eizelle erfolgreich zu erreichen und zu befruchten.
Wie wird die Motilität getestet?
Die Untersuchung der Spermienmotilität erfolgt im Rahmen eines Spermiogramms, das in einem spezialisierten Labor durchgeführt wird. Dabei wird die Samenprobe innerhalb einer Stunde nach Abgabe unter dem Mikroskop analysiert.
WHO-Referenzwerte (2021)
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≥ 32 % progressiv bewegliche Spermien gelten als untere Normgrenze.
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Der gesamte Anteil beweglicher Spermien sollte mindestens 40 % betragen.
Die Bewertung erfolgt meist nach 30 und 60 Minuten, um auch mögliche Verzögerungen in der Beweglichkeit zu erfassen.
Warum ist die Motilität so entscheidend für die Fruchtbarkeit?
Selbst wenn Anzahl und Form der Spermien stimmen, ist ohne ausreichende Beweglichkeit keine natürliche Befruchtung möglich. Denn:
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Spermien müssen sich durch den Zervixschleim und die Gebärmutter bewegen.
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Sie müssen zur richtigen Zeit im Eileiter ankommen.
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Sie müssen mit ausreichend Energie ausgestattet sein, um die Eizelle zu erreichen.
Eine eingeschränkte Motilität (Asthenozoospermie) kann die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft deutlich reduzieren – muss jedoch nicht zwangsläufig zu Unfruchtbarkeit führen.
Wie kann die Spermienmotilität verbessert werden?
Die Beweglichkeit der Spermien ist beeinflussbar – sowohl durch den Lebensstil als auch durch medizinische Maßnahmen. Bereits kleine Veränderungen im Alltag können eine große Wirkung haben.
Gesunde Lebensgewohnheiten
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Ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, E, Zink und Selen
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Ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht
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Reduktion von Stress
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Verzicht auf Rauchen, Alkohol und Drogen
Medizinische Optionen
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Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel
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Hormonelle Therapien bei nachgewiesenem Mangel
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Behandlung von Grunderkrankungen wie Infektionen oder Krampfadern am Hoden (Varikozele)
In Fällen starker Einschränkungen kann die assistierte Reproduktion (z. B. ICSI) eine sinnvolle Option darstellen, bei der ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird.
Fazit: Beweglichkeit ist der Antrieb zur Befruchtung
Die Motilität der Spermien ist ein entscheidender Faktor bei der natürlichen Fortpflanzung. Eine detaillierte Analyse durch ein Spermiogramm gibt Aufschluss über mögliche Ursachen bei unerfülltem Kinderwunsch. Die gute Nachricht: Die Spermienmotilität lässt sich oft durch gezielte Maßnahmen positiv beeinflussen – und damit auch die Chancen auf eine erfolgreiche Empfängnis.