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Wie kann ein multiples Myelom
die Fruchtbarkeit beeinflussen
und welche Behandlungsoptionen
gibt es?

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Wie kann ein multiples Myelom
die Fruchtbarkeit beeinflussen
und welche Behandlungsoptionen
gibt es?

Das multiple Myelom ist eine Form von Blutkrebs, die vor allem ältere Menschen betrifft, jedoch zunehmend auch bei jüngeren diagnostiziert wird. Für Menschen im gebärfähigen Alter stellt sich dabei oft die Frage, wie sich diese Erkrankung und ihre Behandlung auf die Fruchtbarkeit auswirken – und ob es Möglichkeiten gibt, die Familienplanung dennoch zu verwirklichen. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Zusammenhänge und Perspektiven.

Was ist ein multiples Myelom?

Ein multiples Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks, bei der sich bestimmte Immunzellen – sogenannte Plasmazellen – unkontrolliert vermehren. Diese Zellen produzieren abnorme Proteine und verdrängen gesunde Blut- und Knochenmarkzellen.

Typische Symptome sind Knochenschmerzen, Blutarmut, Infektanfälligkeit und Nierenfunktionsstörungen. Die Erkrankung ist chronisch, aber in vielen Fällen über Jahre hinweg behandelbar.

Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Weniger die Erkrankung selbst, sondern vor allem ihre Behandlung stellt eine Gefahr für die Fruchtbarkeit dar. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern können verschiedene Therapieformen das Fortpflanzungssystem nachhaltig beeinträchtigen.

1. Chemotherapie

Viele Chemotherapeutika, die beim multiplen Myelom eingesetzt werden, sind gonadotoxisch – sie können also die Funktion von Eierstöcken und Hoden dauerhaft schädigen. Besonders Alkylantien wie Melphalan erhöhen das Risiko einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz bzw. einer Azoospermie.

2. Stammzelltransplantation

Bei autologen Stammzelltransplantationen (eigene Zellen) wird vorab eine hochdosierte Chemotherapie durchgeführt. Diese aggressive Behandlung ist häufig mit einem vollständigen Verlust der Fruchtbarkeit verbunden.

3. Hormonelle Veränderungen

Die Erkrankung kann hormonelle Dysbalancen verursachen, die sich ebenfalls negativ auf Zyklus, Eisprung oder Spermatogenese auswirken.

Fruchtbarkeit erhalten: Optionen vor Therapiebeginn

Die gute Nachricht ist: Vor Beginn einer Krebstherapie bestehen heutzutage verschiedene Möglichkeiten zur Fruchtbarkeitserhaltung. Diese sollten frühzeitig – idealerweise vor der ersten Behandlung – mit dem behandelnden Onkologen und einem Reproduktionsmediziner besprochen werden.

Für Frauen:

  • Eizell- oder Embryonenkryokonservierung nach hormoneller Stimulation

  • Einfrieren von Eierstockgewebe, z. B. bei dringendem Behandlungsbeginn

  • Experimentell: GnRH-Analoga zur temporären Ruhigstellung der Eierstöcke während der Therapie

Für Männer:

  • Kryokonservierung von Spermien ist einfach und effektiv

  • Bei Azoospermie: Gewinnung von Spermien durch Hodenbiopsie (TESE)

Leben mit multiplen Myelom und Kinderwunsch

Ein Kinderwunsch ist auch mit der Diagnose multiples Myelom nicht ausgeschlossen. In vielen Fällen ist nach erfolgreicher Behandlung eine Schwangerschaft bzw. Zeugung mit kryokonserviertem Material möglich.

Wichtige Aspekte:

  • Schwangerschaft erst nach abgeschlossener Therapie und stabiler Remission

  • Rücksprache mit Onkologen und Gynäkologen zur optimalen Planung

  • Individuelle Risikoabschätzung für Mutter und Kind

Die emotionale und psychische Unterstützung durch Fachpersonal und Selbsthilfegruppen ist in dieser Phase besonders wertvoll.

Fazit: Perspektiven trotz schwerer Diagnose

Das multiple Myelom ist eine ernste Erkrankung, doch sie bedeutet nicht zwangsläufig das Ende des Kinderwunsches. Mit frühzeitiger Beratung und modernen Methoden der Fruchtbarkeitserhaltung stehen heute viele Möglichkeiten offen, um sich den Traum von einer Familie auch nach der Therapie zu erfüllen.

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